Ein Teenager, der vor zwei Monaten gegen seine Schule vor Gericht gezogen war, weil diese ihm vorschreiben wollte, sich gegen Windpocken impfen zu lassen, wurde nun von der Krankheit heimgesucht. Das berichten unter anderem BBCCNN und CBS unter Berufung auf den Anwalt des 18-Jährigen. 

Die Geschichte begann den Medienberichten zufolge Mitte März: An der Schule des sehr religiösen Teenagers brachen die Windpocken aus. Mindestens 32 Schüler hatte es erwischt. Also stellte die Schule ihre ungeimpften Schüler vor die Wahl: Entweder du lässt dich gegen Windpocken impfen, oder du bist vom Unterricht und von allen anderen schulischen Aktivitäten ausgeschlossen. Besagter religiöser Teenager wollte sich nicht impfen lassen, wollte aber auch nicht auf Schule und Sport verzichten. Er sah seine Rechte verletzt und zog gegen seine Schule vor Gericht.

Impfstoff „unmoralisch, illegal und sündenvoll“

In seiner Klageschrift argumentierte er, Impfstoffe seien „unmoralisch, illegal und sündenvoll“. Was genau er damit meinte, führte sein Vater in mehreren Interviews aus. Impfstoffe würden aus abgetriebenen Föten entwickelt und widersprächen daher den religiösen Überzeugungen seiner Familie. Tatsächlich ist das zumindest nicht totaler Unsinn. Einige Viren, die man zur Herstellung von Impfstoffen nutzt, werden laut der BBC mit Zellen gezüchtet, die von Gewebe stammen, das von zwei abgetriebenen Föten aus den 60er-Jahren gewonnen wurde. Seitdem seien jedoch nie wieder neue menschliche Zellen für die Entwicklung oder Herstellung von Impfstoffen benutzt worden.

Masern_Sohn_Impfgegner_15.50Das Gericht wies die Klage des Teenagers im März ab. Besonders mit Blick auf seine Argumentation, er würde so wichtige Spiele seiner Basketballsaison verpassen, entgegnete das Gericht, er habe kein Anrecht auf Sport.

Laut seinem Anwalt hat er sich von den Windpocken bereits erholt und ist bereits seit Mittwoch wieder in der Schule. Seine Entscheidung gegen den Impfstoff bereue er nicht, so sein Anwalt. „Aus seiner Perspektive gab es für ihn immer das Risiko, solch eine Krankheit zu bekommen und das war okay für ihn.“

Windpocken verursachen Pusteln, Juckreiz und Fieber, sind aber in der Regel nicht tödlich, wenngleich es besonders bei Erwachsenen gefährliche Komplikationen geben kann. Laut Angaben des Kinderkrankenhauses von Philadelphia bekamen rund vier Millionen US-Bürger jedes Jahr Windpocken, bevor ein Impfstoff entwickelt wurde. Jetzt sind es noch rund 12.000.

Quellen: BBC / CNN / CBS Pocken Pockennarbe _17.00

Quelle:  www.stern.de