Es ist ein Fall, der sprachlos macht: In den USA hat ein schwerkranker Mann per Videoschalte erfahren, dass er bald sterben muss. Ernest Quintana hatte in der vergangenen Woche in einem Krankenhaus in Fremont im US-Bundesstaat Kalifornien gerade Besuch von seiner Enkelin Annalisia Wilharm, als ein Roboter mit einem Bildschirm in das Krankenzimmer fuhr. Ein darauf zugeschalteter Arzt eröffnete dem schwer kranken Mann, dass seine Lunge versagen und er nicht mehr nach Hause zurückkehren werde. Einen Tag später starb der 79-Jährige.

„Wir wussten, dass das kommen wird und dass er sehr krank ist, aber niemandem sollte diese Nachricht so überbracht werden“, sagte Wilharm dem Sender KTVU. „Ein Mensch hätte kommen müssen.“ 

Eine Freundin der Familie schrieb auf Facebook, ein „Roboter-Arzt“ könnte in einigen Fällen ausreichen, „aber nicht, um einem Mann zu sagen, dass er sterben wird“.

Peter Altmaier Heftstück 8.08 Uhr

Klinik spricht Angehörigen Beileid aus

Das Kaiser Permanente Medical Center, wo Quintana behandelt wurde, sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die Klinik wies zugleich aber darauf hin, dass der Begriff „Roboter“ nicht zutreffend sei, weil es sich bei der Art der Behandlung um ein Live-Gespräch mit einem echten Mediziner handele und immer eine Krankenschwester oder ein anderer Arzt mit im Raum sein sollten. 

Diese Art der Telemedizin ersetze aber nicht das persönliche Gespräch mit einem Patienten und dessen Angehörigen, erklärte die Klinik weiter. Sie bedauerte das Vorgehen im Fall Quintanas.

Das sinkende Krankenhaus_15.15Uhr

Quelle:  www.stern.de